Pressemitteilung vom 09.03.2026 zum TV-N Bayern

Tarifverhandlungen für die bayerischen Nahverkehrsunternehmen

Die Gewerkschaft ver.di bleibt auch in der dritten Tarifrunde ohne inhaltliche Gesprächsbereitschaft bei ihren unerfüllbaren Forderungen. Sämtliche von der Arbeitgeberseite - über das Angebot am 19.01.2026 hinausgehende - Ansätze und Lösungskorridore wurden abgelehnt. Ver.di bleibt unverändert bei den aufgestellten Forderungen und damit bei einem Volumen von weit über 25 Prozent. Die Gewerkschaft konnte sich lediglich eine Aufteilung der geforderten Entgeltsteigerung auf zwei Schritte vorstellen. Die Unterbreitung eines neuen, finanzierbaren und gleichzeitig einigungsfähigen Angebotes war den Arbeitgebern damit nicht möglich.

Die Position der Gewerkschaft ver.di, dass die aufgestellten Forderungen vollständig erfüllt werden müssen, die aus Arbeitgebersicht wichtigen Punkte aber keinerlei Berücksichtigung finden, ist unrealistisch. Aus dieser Haltung wird deutlich, dass bei ver.di derzeit kein Interesse am Erreichen eines Verhandlungsergebnisses besteht.

Die Arbeitgeber kritisieren dieses Vorgehen scharf. Streiks sind für die Arbeitgeberseite derzeit nur durch eine vollständige Erfüllung der Forderungen abwendbar. Ver.di ist bewusst, dass dies bei einem Volumen von weit über 25 % nicht finanzierbar und damit verantwortungslos gegenüber der Bevölkerung ist. Die Erfüllung dieser Forderungen erfolgt aus öffentlichen Geldern und würde zu erheblichen Fahrpreisanstiegen und Sparmaßnahmen bei Verkehrsangeboten, Investitionen und Personal führen.

Die bundesweit abgestimmten Streiks werden aus Arbeitgebersicht bewusst provoziert. Ver.di vertraut darauf, dass bei öffentlichen Arbeitgebern - anders als bei wirtschaftlich agierenden Unternehmen – auch völlig unverhältnismäßige Kostensteigerungen durch öffentliche Gelder und Fahrpreiserhöhungen ausgeglichen werden. Der Förderung und besseren Finanzierung des ÖPNV dient dieses Vorgehen auf keinen Fall. Die Streiks dienen vor allem dem Ziel der Werbung von neuen Gewerkschaftsmitgliedern.

Zum Schutz der Bevölkerung vor weiteren Streiks haben die Arbeitgeber den Abschluss einer Schlichtungsvereinbarung vorgeschlagen. Die Gewerkschaft ver.di hat angekündigt, über den Vorschlag der Arbeitgeberseite nachzudenken.

Mit der Gewerkschaft dbb fand ein deutlich konstruktiverer Austausch über Einigungskorridore statt.

Die Arbeitgeber setzen weiterhin auf eine Tarifeinigung und haben einen 4. Verhandlungstermin für den 23.03.2026 angeboten. Wir appellieren an die Gewerkschaft ihre Position zu überdenken. Verhandlungen müssen alle Sichtweisen angemessen berücksichtigen. Das sind zum einen die Interessen der Beschäftigten, zum anderen – wie in allen anderen Branchen – die wirtschaftliche Situation der Unternehmen.